„Ohne Gentechnik“-Markt wächst auf über 18 Milliarden Euro

„Ohne Gentechnik“-Markt wächst auf über 18 Milliarden Euro

– Rund 18,1 Milliarden Euro wurden 2025 in Deutschland für „Ohne Gentechnik“-Lebensmittel ausgegeben, über eine Milliarde mehr als 2024. Eine Gesetzänderung könnte bald noch stärkeres Wachstum bewirken.

Kurz vor der anstehenden EU-Gentechnik-Deregulierung betrug das Umsatzplus der Produkte mit dem grünen „Ohne GenTechnik“-Siegel im Jahr 2025 damit rund 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Überdurchschnittlich war die Umsatzsteigerung mit 14,6 Prozent bei Geflügelfleisch und mit 9,3 Prozent bei Eiern. Den größten Anteil an „Ohne GenTechnik“-Produkten machen mit 66 Prozent nach wie vor Molkereiprodukte aus, gefolgt von Geflügelfleisch mit 22,7 Prozent und Eiern mit 9,9 Prozent Umsatzanteil. Weiterlesen

Prof. Dr. Susanne Kühl Glyphosat und andere Pestizide in Naturgewässern 21.01.26

S. Kühl Vortrag Glyphosat vh 21.01.26, 19 Uhr 

Glyphosat und andere Pestizide in Naturgewässern – schädlich oder nicht?

Prof. Dr. Susanne Kühl

Institut für Biochemie und Molekulare Biologie, Universität UlmVortrag im Club Orange vh Ulm

Mittwoch, den 21.01.2026, 19 Uhr

Eintritt frei

Veranstalter: vh ulm, Bündnis für eine agrogentechnikfreie Region (um) Ulm, regionales Bündnis für Artenvielfalt, AbL BW

Derzeit sind gut 40% aller bekannten Amphibienarten akut vom Aussterben bedroht. Gleichzeitig finden sich in Gewässerproben weltweit Rückstände von Pestiziden, mit denen Amphibien in Kontakt kommen können.Im Vortrag wird unter anderem am Beispiel von Glyphosat aufgezeigt, welche Auswirkungen Pestizide auf die embryonale Entwicklung von Kaulquappen haben können. Es wird besprochen, wie relevant die in Laborstudien eingesetzte Pestizidkonzentrationen für die Natur sind und ob der Einsatz von Pestiziden ein Grund für das Amphibiensterben sein könnte. Außerdem wird diskutiert, welche Relevanz diese Daten für den Menschen haben.

5. Saatgutmarkt Dornstadt, 17.01.2025


Am Samstag, den 17. Januar 2026, findet zum fünften Mal der beliebte Saatgut-Markt in Dornstadt statt. Von 10 bis 16 Uhr öffnet der Kultur- und Sporttreff Dornstadt (Im Mittelbühl 25, 89160 Dornstadt) seine Türen für alle, die sich für regionale und nachhaltige Landwirtschaft, Biodiversität und heimisches Saatgut interessieren. Der Eintritt ist frei, und für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt.
„Wer die Saat hat, hat das Sagen!“ Unter diesem Motto präsentieren über 30 Stände die Kulturpflanzenvielfalt des heimischen Saatguts und zeigen, wie wir die Kontrolle über unser Saatgut und damit unser Nahrungsangebot zurückgewinnen können. Besucherinnen und Besucher können sich auf eine breite Palette an Saatgutraritäten freuen – darunter historische und wieder vermehrte Tomatensorten, fast vergessene Gemüsearten, Kräuter, Duft-, Färbe- und Hexenpflanzen sowie seltene und ungewöhnliche Kartoffelsorten.

Besonderes Highlight:
Um 11:00 Uhr hält Sean Wieland (BUND-Geschäftsführer Ulm) einen Vortrag zum Thema „Naturnahe Balkone – kleine Flächen große Wirkung“. 
Balkone können mehr als nur schön aussehen – sie können Lebensräume für Insekten, Vögel und Pflanzen sein. In diesem Vortrag wird gezeigt, wie jeder mit einfachen Mitteln zur Artenvielfalt beitragen kann: Mit den richtigen Pflanzen, kleinen Strukturen und etwas Kreativität entsteht ein lebendiger Balkon, der Natur und Klima hilft.

Der Saatgut-Markt wird vom Bündnis für eine agrogentechnikfreie Region (um) Ulm in Kooperation mit der Gemeinde Dornstadt organisiert und von zahlreichen regionalen Initiativen und Vereinen unterstützt:
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Gentechnik-Verunreinigungsgesetz stoppen – jetzt kommt es auf das Europaparlament und den EU-Ministerrat an

Hier eine aktuelle Stellungnahme der AbL

„Für die AbL e.V. ist mit dem Gentechnik-Beschluss des Trilogs, der Verbraucherschutz und Wettbewerbsfähigkeit europäischer Bäuerinnen und Bauern abschaffen will, noch längst nicht alles in trockenen Tüchern. „Das Europäische Parlament und die EU-Regierungen müssen noch ihre Zustimmung geben. Und damit ist klar, dass alle Europaabgeordneten und auch die deutsche Bundesregierung die Frage beantwortet müssen, ob sie die Verbraucher:innen bewusst ohne eine Kennzeichnung und damit selbstbestimmte Entscheidung täuschen wollen, was in Zukunft auf die Teller kommt. Sie werden den Bäuerinnen und Bauern, dem Lebensmittelhandwerk und den Lebensmitteleinzelhandel die Frage beantworten müssen, ob die so erfolgreich aufgebauten florierenden gentechnikfreien konventionellen und ökologischen Märkte mutwillig zerstört werden sollen. Und auch die Frage beantworten müssen, wer denn in Zukunft bei Verunreinigungen die Verantwortung übernimmt und Schadensersatz zahlt“, erklärt Claudia Gerster, AbL-Bundesvorsitzende. Der Gesetzesvorschlag diene allein den Konzerninteressen. Weiterlesen

Pressemitteilung von Christiane Lüst, Zivilcourage Starnberg

Christiane Lüst, Gründerin der Aktion GEN-Klage, war am 26.11.25 gemeinsam mit ihrem brasilianischen Mitstreiter Prof. Antonio Andrioli vom Bundestagsausschuss für Landwirtschaft und Ernährung in Berlin eingeladen, um über Ihre Eingaben zur Situation der Gentechnik in Deutschland beim UN-Menschenrechtsausschuss zu berichten. Dabei informierte sie den Ausschuss über den Stand der Umsetzung der Aufforderungen der UNO an die deutsche Bundesregierung zu diesem Thema. 

Lüst: „Der UN-Ausschuss forderte politische Maßnahmen für den Gesundheitsschutz bei Lebensmitteln, die Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) enthalten und eine strafrechtliche Haftung deutscher Konzerne (Bayer-Monsanto, BASF etc.) für die verursachten Folgen ihrer Produkte. In Bezug auf Mercosur müssen Menschenrechtsfolgenabschätzungen vorgelegt werden. Das gilt auch für Pestizidexporte – das meiste wird für den Anbau von Gensoja und Genmais in Südamerika verwendet. Deutschland muss 2026 wieder einen Staatenbericht in Genf einreichen und über den Stand der geforderten Umsetzung berichten. Basis ist der Internationale Pakt für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte, den auch Deutschland ratifiziert hat – und sich damit verpflichtet, diesen einzuhalten. Der aktuelle Stand der Diskussion der Deregulierung der Neuen Gentechniken in Brüssel verstößt auch gegen das internationale Carthagena Protokoll zum Schutz der biologischen Vielfalt, das verbindliche Regeln zum Umgang mit Gentechnik aufgestellt hat. Eine Studie des BMZ hat festgestellt, dass der EU-Vorschlag auch damit nicht vereinbar ist. Mit der Einführung der Gentechnik sind diese Rechte verletzt. In Brüssel sollen nun am 3.12.25 Kennzeichnungspflicht, Patentfreiheit usw. wegfallen. Wir reden von einer unwiderruflichen Kontaminierung aller Pflanzen und niemand kennt die Folgen. In vielen Ländern ist die Ernährungssouveranität dadurch schon massiv gefährdet, wie die UNO jetzt auch in Kolumbien auf Basis unseres aktuellsten Berichtes zum Thema vom Frühjahr 25, festgestellt hat.“

Professor Andrioli berichtete anschließend über die aktuelle Situation und die Erfahrungen mit den in Brüssel diskutierten Neuen Gentechniken in Brasilien:

„Auch die neuen Gentechniken wie CRISPR CAS sind in Brasilien gefloppt. Klimaresistente Pflanzen funktionieren mit Gentechnik nicht. Wir forschen grad mit den alten Ur-Sorten und haben festgestellt, dass das, was schon immer da war, am besten klimaresilientest ist, weil diese alten Sorten vor allem so ein großes Wurzelwerk haben (das man nicht mit Pestiziden stören und beeinträchtigen sollte), dass sie alle anderen Test-Pflanzen – auch mit Ernteerträgen – weit überholt haben.
So können wir Euch in Europa nach unseren langjährigen Erfahrungen zu diesen Themen nur warnen, es zuzulassen! Gentechnik ist Gentechnik und Gentechnik ist nicht mehr rückholbar. Die ganzen Probleme, die wir und andere Länder wie Kanada, Mexiko, Argentinien mit langjähriger Gentechniknutzung und der nachfolgenden Kontaminierung nun haben, könnt Ihr Euch ersparen! Außer den Konzernen (mit Saatgut, Pestiziden und Patenten) wird NIEMAND davon profitieren. Monsanto, das jetzt ein deutsches Problem ist, hat alleine in meinem Bundesland Rio Grande do Sul nur mit Lizenzgebühren bei gentechnisch veränderten Saatgut in einem Jahr mehr verdient als das was die Landesregierung in Landwirtschaft investierte.“

„Es war eine Stunde angesetzt – und aufgrund des großen Interesses haben sich die Abgeordneten aller Parteien letztendlich sogar eineinhalb Stunden Zeit für uns genommen.“ freute sich Lüst.

Lüsts Fazit für die Entscheidung in Brüssel:

„Angesichts der verheerenden Folgen in Ländern wie Kolumbien, Argentinien, Mexiko, Indien, Kanada und Brasilien sollten wir grade in Europa die erneute Diskussion um Gentechnik umgehend beenden! Wir fordern, dass die Politik dem massiven Druck der Konzerne standhält, die Interessen ihrer Bürger vertritt und internationale Verbindlichkeiten und Gesetze einhält! Dafür wurde sie gewählt! Und Bayern kann langfristig nur gentechnikfrei bleiben (wie gesetzlich vorgeschrieben), wenn Europa gentechnikfrei bleibt. Sollte Europa fallen, wird die Kontaminierung nicht am Weißwurstäquator anhalten. Auch dies sollten unsere bayrischen Politiker bei der Abstimmung in Brüssel berücksichtigen und unsere bayrische Gesetze dort verteidigen!“

 

Neue Gentechnik – grenzenlos? Klare Regulierung und Wahlfreiheit jetzt! Sa 02.08.25 11 Uhr Elchingen

Samstag, 02. Aug. 2025, 11 Uhr im Rahmen des Umwelt-Festivals St. Michael Unterelchingen, St. Michael Hauptstraße 61 

Neue Gentechnik – grenzenlos? Klare Regulierung und Wahlfreiheit jetzt!
Referent: Theo Düllmann, Sprecher im Bündnis für eine agrogentechnikfreie
Region um Ulm

Woche der Artenvielfalt 2025: 23. bis 29. Juni – BÜNDNIS FÜR ARTENVIELFALT

Woche der Artenvielfalt 23. bis 29. Juni 2025 Flyer WdAv 2025 / Plakat WdAv2025

Montag, 23. Juni 2025, 18 Uhr “Führung durch die Gärtnerei Gairing” Ort: 89079 Ulm-Donautal, Illerstraße 196 Bus: Linie 10, Haltestelle: Hans-Reyhing-Weg, Anmeldung per Mail

Dienstag, 24. Juni 2025, 19 Uhr “Schöner Mähen – ein Einsteigerkurs” Online, Anmeldung per Mail

Mittwoch, 25. Juni 2025, 19 Uhr “Artenvielfalt in den Tropen” Stefan Brändel, Botanischer Garten Ulm Online, Anmeldung per Mail

Donnerstag, 26. Juni 2025, 18 Uhr “Artenvielfalt im naturnahen Garten” Ort: 89081 Ulm, Örlinger Tal Navi-Adresse: Örlinger-Tal-Weg 99, von dort aus beschildert

Freitag, 27. Juni 2025, 18 Uhr, “Lauteracher Alb-Feld-Früchte” Ort: Am Hochberg 25, 89584 Lauterach,  Anmeldung per Mail 

Samstag, 28. Juni 2025, 17 Uhr “Führung im Hofgut Neubronn” Ort: Neubronn 2, 89233 Neu-Ulm, zwischen Finningen und Holzheim,  Anmeldung per Mail

Sonntag, 29. Juni 2025 ab 14 Uhr “Sommerfest Botanischer Garten Ulm” Linie 2, Haltestelle Botanischer Garten

> ANMELDUNGEN PER E-MAIL AN: BUND.ULM@BUND-BAWUE.DE ODER SABINE.BRANDT@NABU-BW.DE  

WIR STEHEN VOR EINER ENTSCHEIDUNG: DER EU-TRILOG LÄÜFT BEREITS!

Hier nochmals wichtige Positionen hierzu:

BUND (09.05.2025): „Gentechnik in Landwirtschaft und Naturschutz“

SAVE OUR SEEDS (11.02.2025): „Breites Bündnis gegen die Deregulierung von Gentechnik-Pflanzen“ 

SAVE OUR SEEDS (04. 2025): Keine Gentechnik durch die Hintertür!

AbL-BAUERNSTIMME (04.2025): Gentechnik-Trilog: Interessen von Landwirten, Züchtern und Bürgern über Konzerninteressen stellen!